Das Geheimnis des Inquisitors – Kapitel 23

Marcin

Blut
Haut, reißend
Diese Augen, blicken benebelt und Verständnislos.

Diese Augen, deren Ausdruck er kannte wie jede einzelne Narbe auf diesem Oberkörper, der nun so unsanft durchstoßen worden war.

Als der Kopf wie irreal zur Seite fiel, brach eine Barriere, die er sicher geglaubt hatte wie nichts auf dieser Welt.

Freund?

Das war mein FREUND, du verdammte Hure!! und ICH habe das befohlen!!??

Der Schrei riss ihn zurück in die Realität.

Als die vier Leibwächter den Raum betreten hatten, hatte er sich bereits wieder gefangen. Er schaffte es sogar, die Tür direkt hinter ihnen wieder zuzumachen. Sie hatten Messer gezückt und standen desorientiert im Zimmer, versuchten die Situation zu überblicken.

Ihr Hauptmann lag wie surreal auf dem Sofa, ein Messer in der Brust, der Kopf abgedreht hängend, den Mund zu einem seltsamen Ausdruck aufgerissen. Daneben stand eine panische Hure mit einem Puderdöschen, und hinter ihnen Marcin. Der stürmte nun nach vorne und riss die Klinge aus der Brust seines Freundes.

„Er wurde ermordet! Tomor, hier, die Mordwaffe!“ er drückte dem völlig perplexen Tomor das blutige Messer in die Hand.

In diesem Moment pustete Dania eine gehörige Portion Pulver von ihrem Finger. Es bestäubte den gesamten Raum.


Blut
Haut, reißend
Diese Augen, blicken benebelt und Verständnislos.

Diese Augen, deren Ausdruck er kannte wie jede einzelne Narbe auf diesem Oberkörper, der nun so unsanft durchstoßen worden war.

Als sein Blick auf den Mörder fiel, wie er die noch blutige Klinge in der Hand verständnislos anstarrte, brach etwas in Marcin, eine Barriere, die er sicher geglaubt hatte wie nichts auf dieser Welt.

Wie von Sinnen brüllte er.

„Du Mörder, gottverdammter Mörder, das war mein bester Freund, dein Boss, dein Anvertrauter! Wie konntest du ihn so betrügen? Du bist mir ein guter Leibwächter!“

Das konnte nicht wahr sein. Und er stand nur da, mit dem eigenen Messer in der rechten Hand, dem blutigen in der linken, und versuchte sich einen Reim darauf zu machen? Wie scheißarrogant ist dieser Wichser eigentlich!

Die anderen Leibwächter starrten verdutzt auf Tomor, einer begann sein Messer zu heben. Doch er war nicht schnell genug für Marcin, der in einer einzigen schnellen wütenden Bewegung Tomor ansprang.

Er ergriff die rechte Hand mit Tomors Messer und schnitt mit der Klinge die Sehnen des linken Handgelenks durch. Das blutige Messer, das nun frei war, fing er auf und rammte es Tomor ins Auge.

Tomor fiel zu Boden, Marcin stand über ihm und spuckte auf ihn hinunter.


„Ich habe ja schon immer gewusst, dass Tomor etwas gegen Kenin hat, da war der alte Sack selber schuld, dass er ihn auch noch als Leibwache eingestellt hat.“

„Was alter Sack? Kenin war jünger als du, du bist doch schon Mitte zwanzig!“

„Ach, ihr beiden Idioten streitet euch um euer Alter? Ehrt lieber mal den Toten! Das sieht dir ähnlich, dass du seine Ruhe störst!“

„Wieso kann kein einziger ehrbarer Dieb mal einen Toten respektieren!? Du willst doch Streit anfangen, so wie du hier rumschreist!“

Nach kurzer Zeit war wieder die alte Ordnung eingekehrt, und die Diebe leisteten auf ihre Art und Weise Trauerarbeit – mit einer zünftigen Prügelei. Nur Marcin saß an der Seite, schickte die Huren nach Hause, schaffte mit den verbliebenen drei Leibwächtern die beiden Leichen zur Seite, und organisierte eine Kutsche mit einem verschwiegenen Fahrer – im zweiten Bezirk konnte man eine Leiche nicht einfach auf die Straße schmeißen.

Also warfen sie die Leichen durch das Fenster in den Innenhof, und wiesen den Fahrer an, die Kutsche dort zu parken. Bevor er die Leiche endgültig in die Kutsche hievte, nahm er sich die Anstecknadel von dem blutigen Bademantel.

Als das getan war, rief Hauptmann Marcin seine Leutnants zu sich.

Author: compl4xx

complÄxx schreibt beruflich Blogposts; und freiwillig Songtexte sowie ein Buch. Als Aktivist kämpft er dafür, den Zugang zu Kunst, Kontinenten, und U-Bahnen für alle zu ermöglichen. Eigentlich wäre er gerne Hacker.

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